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Kwamo Deprived
Child Foundation (KDCF)
Brief von Beate A.:
Mittlerweile
arbeiten wir schon im 5. Jahr in Ghana und haben eine Menge
bewirkt. Wir möchten die aus Deutschland kommenden Spenden
so einsetzen, daß sie Hilfe zur Selbsthilfe bieten. Eine
„nie versiegende Quelle“ sozusagen.
Auf unserem riesigen Grundstück wollen wir einen Teil für
das Poverty Reduction Program (Programm zur Verminderung der
Armut) zur Verfügung stellen. Wir beabsichtigen, eine Werkstatt
für junge Schulabgänger und solche Jugendliche zu
gründen, die talentiert sind, aber keine Ausbildung haben.
Hier sollen sie angelernt werden, etwas zu produzieren, was
wir verkaufen können. Von dem Erlös können dann
Schulgeld und andere Unterstützungen finanziert werden.
Die erste große Spende hatten wir seinerzeit ja zur Renovierung
der Schule eingesetzt sowie für einige individuelle Hilfen.
Irgendwann war dann das Geld aufgebraucht, aber die Hilfsbedürftigkeit
blieb. Es tat mir in der Seele weh, einige Kinder ausschließen
zu müssen, weil kein Geld mehr da war.
Inzwischen sind auch die Schulgebühren wieder rapide gestiegen.
In Ghana ist die Inflation sehr hoch. Vor einigen Wochen wurden
zudem die Ölpreise erhöht, was natürlich leider
eine lange Kettenreaktion nach sich zieht und die Armen wieder
etwas ärmer macht.
Mit Hilfe einer Lehrerin, die hier an einer Mädchenschule
ganz junge Mädchen im Nähen ausbildet, haben wir vor,
eine kleine Schneiderei, anfangs mit 2 Mädchen zu gründen.
Wir beabsichtigen mit einheimischen Stoffen schöne Kinderkleidung
im europäischen Stil anzufertigen, die wir hier verkaufen,
um somit wieder Geld in die NGO-Kasse zu bekommen. Außerdem
habe ich guten Kontakt zum dem Kulturzentrum in Kumasi, die
meine handgemachten Kerzen recht gut verkaufen und wir wollen
auch andere Dinge „Made in Ghana“ produzieren, die
sich gut an Touristen verkaufen lassen, wie z.B. Tischdecken,
Sofakissenhüllen, Topflappen etc. aus afrikanischen Stoffen,
aber nach europäischem/ausländischem Geschmack. Die
Dinge müssen leicht sein, damit sie kein großes Gewicht
im Gepäck verursachen.
Toll wäre natürlich, wenn wir einen deutschen
Markt finden könnten.
Unser Schmied hat sich auch bereit erklärt, einen Jungen
auszubilden. Er kann bei ihm wohnen, wir unterstützen ihn
nur bei der Verpflegung. Wir können dann u.a. leichtes
Handwerkszeug für die Landwirtschaft herstellen, was wir
günstig verkaufen bzw. in Härtefällen auch an
die Bauern „leasen“ können.
Falls die Nachfrage nach meinen Kerzen steigt, werde ich Jugendliche
oder Mütter in die Produktion einlernen, die Mittel hierfür
sind sehr einfach und billig. Das meiste habe ich schon.
Wir haben von den letzten Spenden unter anderem auch 2 Handkurbel-Nähmaschinen
erworben, die hier üblich und elektrizitäts-unabhängig
sind sowie Nähzubehör. Wir wollen nicht all zu groß
anfangen, um zu sehen, wie es angenommen wird und ggf. expandieren,
wenn’s positiv einschlägt. Selbstverständlich
werden wir auch Erwachsenen-Kleidung herstellen. Das Ganze bekommt
einen Namen mit einem eigenen Schild:
KDCF Poverty Reduction Program
In collaboration with
AFRICA HUMANA e.V. – Hilfsprojekt Ghana
Dortmund/Germany
Hört sich doch ganz gut an, oder ?
Wir planen im Anfangsstadium auch direkt auf Bestellung aus
Deutschland Kleidung anzufertigen. Also einfach Größe/Maße
angeben und die Art des gewünschten Modells (am besten
mit Fotos aus Katalogen). Wir werden Stoffprobenmuster zeigen
und die Farbpalette.
Die Stoffe sind alle aus reiner Baumwolle. Die wunderschöne
Batik und die Tye & Dye Stoffe (Tauchen und Färben)
fertigt eine Afrikanerin hier in Kwamo an, die ein behindertes
Kind hat, dem seinerzeit das Klinikum Mannheim durch Vermittlung
meiner Freundin einen Rollstuhl geschenkt hat. Sie hat noch
3 andere Kinder und arbeitet sehr hart. So helfen wir ihr auch,
diese Familie zu ernähren.
Einem Schreiner habe ich den Auftrag gegeben einen schönen
großen einfachen Tisch herzustellen, der für die
Schnitte und das Bügeln dient.
Wir sind überzeugt, daß wir mit diesem Projekt vielen
Kindern und Familien eine gesicherte Existenz ermöglichen
können.
Außerdem hat eine befreundete libanesische Familie, die
seit 1948 in Kumasi ansässig ist und deren Familienoberhaupt
von der Bevölkerung sehr verehrt wird, uns ein Grundstück
außerhalb der Stadt angeboten. Die dort bereits stehenden
Gebäude könnten mit relativ wenig Aufwand restauriert
werden. Eine weitere Schule wäre dann möglich, vielleicht
sogar mit angeschlossenen Werkstätten, wenn es die Mittel
erlauben. Es gibt hier so viele intelligente und wissensdurstige
Kinder, deren Familien einfach nicht das Schulgeld aufbringen
können. Wie gut es da doch den Familien in Deutschland
geht, wo ein freier Schulbesuch zum Grundrecht eines jeden Kindes
gehört.
Soviel für heute. Ich danke allen Spendern für Ihre
Unterstützung und bin mir sehr wohl bewusst, daß
in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit auch in Deutschland
es immer schwieriger wird, finanziell über die Runden zu
kommen. Ihre Bereitschaft, mit den Kindern von KWAMO zu teilen,
ist daher umso wertvoller.
Ich grüße Sie alle ganz herzlich.
Beate A. und Familie
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Lernen Sie unsere Patenkinder
und Ihre Familien kennen...
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